Seit über hundert Jahren ist der Kollektivvertrag eines der Fundamente des
Arbeitsrechts. Man sollte daher meinen, dass es kaum mehr offene Probleme
des Kollektivvertragsrechts gibt. Das Gegenteil belegt dieser Band, der die
Referate der 30. Wissenschaftlichen Arbeitstagung des Instituts für
Arbeitsrecht und Sozialrecht der Universität Wien im Mai 2002 beinhaltet.
Sie beschäftigen sich mit den dem Gesetzgeber gezogenen Grenzen bei der
Einräumung kollektiver Gestaltungsmöglichkeiten (Mazal), praktischen
Problemen mit kollektivvertraglichen Zulassungsnormen bei Arbeitszeitfragen
(Schrank), der Inhaltskontrolle des Kollektivvertrages durch die Gerichte
(Aigner), den rechtlichen Konsequenzen eines Ausscheidens eines Unternehmens
aus einem Kollektivvertrag, wenn der Kollektivvertrag fortbesteht (Marhold)
sowie dem Schicksal kollektivvertraglich gestalteter Arbeitsbedingungen
nach einem Verbandsaustritt des Arbeitgebers oder einem Betriebsübergang
(Loritz). Die in diesen Beiträgen aufgeworfenen Fragen besitzen hohe
Praxisrelevanz.